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Fortbildungskonzept

Na(h)Klar

Verstehen. Verbinden. Grenzen setzen. Die Fortbildung für pädagogische Fachkräfte, die Beziehung halten und trotzdem klar bleiben wollen. Zugleich Modul 1 der SyDC-Weiterbildung.

Dauer 1–3 Tage
Gruppe ab 12 Personen
Zertifikat Teilnahmebescheinigung
Format Inhouse oder Fachschule
Auch als Modul 1 der SyDC-Weiterbildung
Vier Hände greifen ineinander und halten sich gegenseitig

Provokationen, Regelverletzungen, Verweigerung, verbale Aggression: Pädagogische Fachkräfte begegnen immer wieder Kindern und Jugendlichen, deren Verhalten herausfordert. Gerade dann entsteht ein Spannungsfeld. Fachkräfte sollen Beziehung anbieten und Verhalten verstehen. Gleichzeitig müssen sie Orientierung geben, Grenzen vertreten und für einen sicheren Rahmen sorgen.

Na(h)Klar setzt genau hier an. Der Titel beschreibt die Grundhaltung: Nah, weil pädagogische Arbeit Beziehung braucht. Klar, weil Beziehung ohne Orientierung und Grenzen nicht auskommt.

Die erste Frage lautet deshalb: Was könnte der gute Grund für dieses Verhalten sein? Das Wissen um einen möglichen guten Grund bedeutet jedoch nicht, Grenzüberschreitungen hinzunehmen.

Ich versuche, dich zu verstehen. Und ich bleibe klar darin, was ich akzeptieren kann und was nicht.

— Grundhaltung von Na(h)Klar

Haltung vor Methode

ANKER by IMC

Na(h)Klar beginnt nicht mit der Frage „Welche Technik funktioniert?“, sondern mit: „Welche Haltung bestimmt mein Handeln?“ Fünf Prinzipien pädagogischer Haltung geben Orientierung.

Das ANKER-Modell als Grafik: ein Anker, umgeben von Achtsamkeit, Nähe, Klarheit, Eigenverantwortung und Respekt
  1. Achtsamkeit

    Wahrnehmen, bevor ich bewerte.

    Was passiert gerade? Was zeigt mir der junge Mensch? Was passiert gleichzeitig bei mir selbst?

  2. Nähe

    Connection before Correction.

    Beziehung ist Grundlage pädagogischer Arbeit. Professionelle Nähe ermöglicht Kontakt, ohne die eigene Rolle aufzugeben.

  3. Klarheit

    Klar sein, ohne kleinzumachen.

    Grenzen werden verständlich, vorhersehbar, ruhig und glaubwürdig vertreten.

  4. Eigenverantwortung

    Die eigene Wirkung reflektieren.

    Wie trete ich auf? Was triggert mich? Nicht jedes Verhalten lässt sich beeinflussen, das eigene schon.

  5. Respekt

    Würde bleibt, auch im Konflikt.

    Grenzen dürfen eindeutig sein. Achtung und Wertschätzung des Gegenübers bleiben bestehen.

Achtsamkeit · Nähe · Klarheit · Eigenverantwortung · Respekt

Was Na(h)Klar ausmacht

01

Nähe und Grenze sind kein Widerspruch

Eine Grenze muss keine Beziehungsunterbrechung bedeuten. Fachkräfte können Verhalten deutlich zurückweisen und gleichzeitig vermitteln: „Ich bin mit deinem Verhalten nicht einverstanden, aber ich bleibe mit dir in Kontakt.“

02

Auf Kurs bleiben

Unter Druck werden Botschaften kürzer, der Ton schärfer, Positionen verhärten sich. Fachkräfte lernen, Kommunikationsdynamiken im Konflikt früh wahrzunehmen und das eigene Verhalten bewusst zu steuern.

03

Körpersprache, bevor wir sprechen

Haltung, Blickkontakt, Abstand, Stimme und Position im Raum entscheiden mit, wie eine Botschaft ankommt. Ziel ist keine künstliche Körpersprache, sondern kongruentes Auftreten.

04

Grenzen setzen, ohne Beziehung abzubrechen

Nicht „Du bist respektlos.“, sondern „So möchte ich nicht angesprochen werden.“ Nicht die Person wird abgewertet, ein konkretes Verhalten wird begrenzt. Weniger Worte. Mehr Klarheit.

05

Deeskalation beginnt vor der Eskalation

Viele Eskalationen kündigen sich an: in Stimme, Körpersprache, Bewegung oder Nähe und Distanz. Wer solche Signale früher wahrnimmt, nutzt die Handlungsspielräume, die es noch gibt.

06

Eigene Trigger erkennen

Provokation, Ignorieren oder Beleidigungen können persönliche Reaktionen auslösen. „Was macht dieses Verhalten eigentlich mit mir?“ Wer eigene Trigger kennt, gewinnt Handlungsspielraum.

Drei Tage: vom ANKER zur Handlung

Haltung schafft Orientierung, Beziehung ermöglicht Kooperation, und aus beidem entsteht Handlungssicherheit. Jeder Tag baut auf dem vorherigen auf.

Tag 1

ANKER setzen

Haltung gibt Orientierung

  • ANKER im pädagogischen Alltag: Achtsamkeit, Nähe, Klarheit, Eigenverantwortung und Respekt
  • der gute Grund hinter herausforderndem Verhalten
  • Connection before Correction: Beziehung als Ausgangspunkt
  • die Bedeutsamkeit von Regeln: Warum Regeln Orientierung geben und wann sie ihre Wirkung verlieren
  • Regel, Grenze oder persönliche Erwartung? Unterschiede erkennen und bewusst handeln
  • Klarheit ohne Machtkampf: Grenzen verständlich und glaubwürdig vertreten
  • Haltung vor Methode: Was trägt mich, wenn es schwierig wird?
  • eigene Werte, Grenzen und pädagogische Grundhaltung reflektieren
  • Praxistransfer: Mein ANKER für den Alltag

Tag 2

Verbindung halten

Kommunikation erleben. Kooperation ermöglichen.

  • Kommunikation beginnt vor dem ersten Wort
  • Körpersprache, Stimme, Präsenz und Wirkung
  • Auf Kurs bleiben: Kommunikationsdynamiken im Konflikt verstehen und trotzdem klar bleiben
  • zuhören, verstehen und trotzdem klar bleiben
  • Provokationen erkennen: Muss ich jeden Ball zurückspielen?
  • vom Gegeneinander zum Miteinander: Kooperation ermöglichen
  • Nähe und Distanz bewusst gestalten
  • praktische Übungen zu Präsenz, Kommunikation und Grenzsetzung
  • Perspektivwechsel und Rollentausch
  • Selbsterfahrung: Wie wirke ich eigentlich auf andere?
  • Lernen durch Erleben: ausprobieren, reflektieren, neu versuchen

Tag 3

Lösungen finden

Konflikte verstehen. Lösungen sichtbar und erlebbar machen.

  • wie Konflikte entstehen: vom ersten Funken bis zur Eskalation
  • Konfliktdynamiken und Wendepunkte erkennen
  • eigene Trigger: Was bringt mich aus dem Gleichgewicht?
  • Deeskalation beginnt vor der Eskalation
  • raus aus dem pädagogischen Tunnelblick
  • kreative Lösungen statt Standardreaktionen
  • Perspektivwechsel: Was wäre noch möglich?
  • Visualisierung: Komplexes sichtbar und verständlich machen
  • Emotionalisierung: Inhalte so vermitteln, dass sie nicht nur verstanden, sondern erlebt werden
  • Arbeit mit Bildern, Symbolen, Metaphern und praktischen Interventionen
  • Fallwerkstatt: reale Situationen der Teilnehmenden neu denken
  • Abschluss: Mein persönlicher Na(h)Klar-Werkzeugkoffer

Formate

1 Tag

Na(h)Klar kompakt

ANKER im pädagogischen Alltag, guter Grund, Bedeutsamkeit von Regeln, Haltung, Beziehung und klare Grenzsetzung.

2 Tage

Na(h)Klar intensiv

Tag 1 plus Kommunikation und Kooperation: Körpersprache, Auf Kurs bleiben, praktische Übungen, Perspektivwechsel und Selbsterfahrung.

3 Tage

Na(h)Klar Training

Das vollständige Konzept: Haltung und Regeln, Kommunikation und Kooperation sowie Konfliktentstehung, kreative Lösungen, Visualisierung und Emotionalisierung.

Methode

Na(h)Klar ist keine Fortbildung zum Zurücklehnen. Die Teilnehmenden erleben, reflektieren und probieren aus. Kurze fachliche Impulse wechseln sich mit praktischen Übungen, Kleingruppenarbeit, Fallbesprechungen, Selbstreflexion und Rollensituationen ab.

Visualisierungen, Bilder, Symbole und Metaphern machen komplexe Situationen greifbar. Emotionalisierung heißt: Inhalte werden nicht nur verstanden, sondern durch Erfahrung und Perspektivwechsel spürbar und erinnerbar. So viel Theorie wie nötig. So viel Praxis wie möglich.

Klar in der Haltung. Sicher im Handeln. Verlässlich in Beziehung.

Rahmen

Zeitlicher Umfang 1, 2 oder 3 Tage (kompakt, intensiv, Training)
Teilnehmerzahl mindestens 12 Personen
Format Inhouse oder an einer Fachschule
Ort Inhouse oder an einer der kooperierenden Fachschulen

Inklusive: Teilnahmebescheinigung · digitales Handout mit Literaturverzeichnis · Verlaufsprotokoll · Zugang zu einem Netzwerk von Fachkräften in der Gewaltprävention

Na(h)Klar steht für eine Pädagogik, die den guten Grund hinter einem Verhalten sucht, den Menschen in Beziehung hält und trotzdem den Mut besitzt, eine klare Grenze zu setzen.

— Na(h)Klar in einem Satz

Häufige Fragen

Was kostet das?

Dazu steht hier bewusst keine Zahl: Die Konditionen hängen vom Umfang, von der Gruppengröße und von der Anfahrt ab. Schildern Sie mir kurz Ihre Situation, dann bekommen Sie von mir eine konkrete Einschätzung.

Für individuelle Teilnehmende ist in vielen Fällen der Bildungsscheck NRW einsetzbar.

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